Orangen-Kampagne 2018

#solidarisch #ökologisch #kollektiv #direkt #mafiafrei

 

Die Orangen-Kampagne 2018

Die Orangen-Kampagne findet im Winter 2018/19 das erste Mal in Bremen statt. Mit ihr wollen wir einen weiteren Baustein für einen solidarischen Handel legen. Die Situation der Bäuer*innen und erst recht die der Landarbeiter*innen und Erntehelfer*innen bei der Produktion von Zitrusfrüchten, ebenso wie bei anderen Obst- und Gemüsearten, ist in weiten Teilen katastrophal und skandalös. Dieses trifft nicht nur auf die konventionelle sondern in fast gleichem Maße auch auf die Produktion im Bio-Bereich zu. Neben Spanien ist Italien hier im europäischen Teil des Mittelmeerraums eines der großen Produktionsländer. Die Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft in Süditalien stellen überwiegend eine moderne Form der Sklaverei dar.

Orangen aus Sizillien: wieso weshalb warum?

Große Teile des Handels mit landwirtschaftlichen Produkten in Italien, vor allem im Süden des Landes, sind fest in der Hand der Mafia. Die Ausbeutung meist migrantischer Erntehelfer*innen, niedrigste Preise für die Landwirt*innen und Schutzgelderpressungen sind an der Tagesordnung. Vielfach müssen überwiegend afrikanische Saisonarbeiter*innen in überfüllten Zeltlagern oder Slums unter sklavereiähnlichen Bedingungen leben.

Es gibt jedoch Alternativen: so verkaufen einige Netzwerke und Kooperativen von Biolandwirt*innen in Sizilien ihre Produkte an Gruppen für solidarischen Einkauf, die GAS (Gruppi di Acquisto Solidale), und umgehen damit den mafiösen Zwischenhandel. Dadurch können die Landwirt*innen mindestens doppelt so hohe Preise erzielen, die Kund*innen zahlen trotzdem oft weniger, als sie am Markt für vergleichbar qualitativ hochwertige Produkte zahlen müssten und die Erntehelfer*innen werden zumindest akzeptabel – und wirklich – bezahlt.

Warum "Kampagne"?

Obst und Gemüse gibt es frisch und je nach Sorte nur zu bestimmten Jahreszeiten. Der ganzjährige Verkauf und Konsum von Frischware an saisonalen Früchten ist besonders umweltschädlich und verbraucht irre Mengen an Energie. Deshalb macht es sowohl politisch als auch alltagspraktisch Sinn, z.B. Zitrusfrüchte nur im Winterhalbjahr zu kaufen – und möglichst nur über den Weg des Direkthandels. Für viele Landwirt*innen ist dieser Direkthandel die einzige Möglichkeit, wirtschaftlich bestehen zu können.

Die Orangen-Kampagne schaltet den Zwischenhandel aus und bietet somit sowohl den Bäuer*innen und den Erntehelfer*innen als auch den Verbraucher*innen einen Baustein für mehr Ernährungssouveränität und damit für ein besseres Leben für alle.

 
 

Orangen, Clementinen & Mandeln

 
 
 

Die Preise für die Früchte werden jedes Jahr im Herbst neu festgelegt und auch die Transportkosten schwanken in einem relativ großen Rahmen (zwischen 250 € und 400 € je Palette). Die oben ausgezeichneten Preise gelten für die Bestellungen im November 2018.

Kooperative »Albero del Paradiso«


Eine dieser Kooperativen ist die landwirtschaftliche Kooperative »Albero del Paradiso« (Baum des Paradieses). Die Mitglieder von Albero del Paradiso sind Familienbetriebe, die ihr Land biologisch bewirtschaften. Sie produzieren Orangen, Clementinen, Zitronen, Pampelmusen, Avocados, Nüsse, Kaktusfeigen, Tomaten und Oliven. Die meisten Produkte haben ein EU-Bio-Siegel. Die Kooperative wurde 2012 mit Unterstützung durch den Verein Ailantos gegründet, der sich seit mehr als 20 Jahren für eine kleinbäuerliche Landwirtschaft und für Biodiversität einsetzt. Die Genoss*innen sagen von sich:
„Unser Traum ist es, eine andere Wirtschaft zu schaffen und aufzubauen. Eine Welt, in der mensch mit Würde auf dem Land arbeiten kann und wo Arbeiter*innen und Menschen fair behandelt werden.“
Die Kooperative Albero del Paradiso liefert seit dem Winter 2015/16 auch nach Berlin, Leipzig und Brandenburg; der Kontakt war durch den Solikon-Kongress für Solidarische ökonomie im Herbst 2015 in Berlin zustande gekommen.

Erntezeiten

 

Wie bekomme ich die Orangen, Clementinen & Mandeln?

In unser ersten Kampagne im Winter 2018/19 gibt es Orangen, Clementinen und auch Mandeln. Die meisten Zitrusfrüchte können etwa ab Mitte November bis Mitte März geerntet werden. Die Orangen und die Clementinen werden in Gebinden von jeweils 9 kg angeboten, die Mandeln in Gebinden von jeweils 1 kg.

Die Früchte gibt es kistenweise. Das heißt, eine Kiste enthält 9 kg Orangen oder Clementinen. Bei Mandeln sieht es so aus: die geben wir tütenweise ab in 1-kg-Tüten. Allerdings müssen auch hier jeweils 8 bis 9 kg zusammen kommen, um einen Karton zu füllen. Wir brauchen für unsere erste Bestellung mindestens eine vollständige Palette – das sind 72 Kisten bzw. Kartons à 9 kg.

Dies machen wir, um die Lieferkosten, die bei solchen vergleichsweise kleinen Mengen einen großen Anteil des Verkaufspreises ausmachen, zu begrenzen. Bei nur einer Palette betragen die Lieferkosten rund 20 %. Wenn für euch 9 kg Orangen oder Clementinen oder 1 kg Mandeln zu viel sind, dann könnt ihr sie selbst in eurer WG, in eurem Umfeld, mit Freund*innen und Nachbar*innen teilen.

Die Bestellung könnt ihr uns spätestens bis zum 15. November 2018 an folgende Mailadresse schicken: orangen@colectivo.org

Wir sichten dann Mitte November die Bestellungen. Das ganze klappt nur, wenn wir bis zum 15. November 2018 mindestens 72 Kisten zusammen bekommen haben. Wenn die Menge zusammen gekommen ist, schicken wir euch dann so schnell wie möglich eine Rechnung. Bis zum 26. November muss das Geld auf unserem Konto eingegangen sein. Erst dann schicken wir die Bestellung ab und erst dann werden die Zitrusfrüchte geerntet. Wir überweisen das Geld dann vorab an die Kooperative.

Die Orangen, Clementinen und Mandeln werden gegen Ende der ersten Dezemberwoche bei uns ankommen. Wir bieten euch zwei Abholtermine in Bremen an, einen in der Neustadt und einen im Viertel:

am Freitag, 07. Dez. von 16.00 Uhr bis 20.00 Uhr vor der Klimawerkstatt / Lucie (Westerstr. 58)

am Samstag, 08. Dez. von 11.00 Uhr bis 15.00 Uhr vor dem Kommunikationszentrum paradox (Bernhardstr. 12)

Falls ihr schon wißt, wann und wo ihr eure Bestellung abholen wollt, gebt uns doch per E-mail Bescheid.


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Teile dieses Textes haben wir übernommen aus dem Artikel "Von solidarischen Orangen, glücklichen Hühnern und dem Weltraum" von Elisabeth Voß im OXI-Blog. Die Autorin hat auch eine Broschüre "Direkt und solidarisch Handeln" verfasst, deren Inhalt online stehen: www.solihandel.solioeko.de

 

Nix verpassen!

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